Es wird heute so viel fotografiert und geknippst wie nie zuvor. Die Fotografie erlebt nicht zuletzt auch durch die
Digitalfotografie einen ungeheuren Boom. Das Internet wird geradezu mit einer Bilderflut überschwemmt. Es gibt eine große
Anzahl ambitionierter und sehr guter Hobbyfotografen, die den Profis schon das Wasser reichen können.
Für mich ist Fotografieren ein Hobby und es macht einfach Spass! Ich habe Freude daran, mich mit Motiven,
Aufnahmeverhältnissen, Kameras und Kameraeinstellungen zu beschäftigen. Und es ist immer wieder prickelnd zu sehen,
wie das Erlebte in der Fotografie ganz unterschiedlich wiedergegeben werden kann.
Eines meiner analogen 6x6 Mittelformatfotos Kiev 60, Arsat 80mm f/2.8 auf Fuji Velvia 50 Diafilm
Vom Knipser zum Fotofan
Wie war das? 1977 habe ich eine Kodak Instamatic 56x geschenkt bekommen,
die Filmpatronen mit 24 Aufnahmen des 126er Films im Format 28x28 belichtete. Da gab es nichts einzustellen, "klick"
und fertig. Mit der Instamatic knipste ich auf vielen Reisen und ebenso zu Hause. Manchmal hatte mir jemand eine bessere
Kamera geliehen, aber Fotografie hatte mich eigentlich nicht sonderlich interessiert. Bis 1996 war die Instamatic meine
Kamera und die dann folgenden 7 Jahre machte ich gar keine Fotos. 1999 verschwand die Kamera nach einem Umzug im Keller.
Meine Kodak Instamatic 56x
2003 gab es die ersten erschwinglichen Digitalkameras. Das war neu, das reizte mich. Ich hatte keine Lust Filme zum Entwickeln
zu geben. Bei Ebay gab es eine "Cebit Neuheit", die Aosta CX200 mit 2MP, interpoliert 4MP und Fixfokus Objektiv.
Damit fotografierte ich ein halbes Jahr Familienschnappschüsse, doch die Bildqualität war grausig. Die Preise waren stark am
Fallen und es kam im Frühjahr 2004 eine Concord Eye-Q3340z. Die Bildqualität war wesentlich besser. Nach einem Jahr funktionierte
aber der Autofokus nicht mehr. Nach Reklamation erhielt ich das Nachfolgemodel 3346z. Die Kamera war absolut unbrauchbar und
lieferte völlig unnatürliche Farben. Nach weitereren 2 Reklamationen erhielt ich endlich das Geld erstattet und kaufte mir
eine andere Kamera beim selben Händler. Nun griff ich etwas tiefer in die Tasche und ich sollte nicht enttäuscht werden.
So kam im Mai 2005 eine Canon Powershot A510 und die war eine regelrechte Offenbarung im Vergleich zu den Vorgängern. Tolle Farben, fast immer eine gute
Belichtung und eine für die Kameraklasse exzellente Bildqualität. 3 MP reichten völlig. Als ich auf digitale SLRs umstieg
nahm meine Freundin die A510, und sie liebte die kleine Kamera sehr. Nach 3 Jahren klemmte manchmal der
Objektivverschluss, man konnte ihn dann aber mit dem Fingernagel "anschubsen".
Mitte 2011 ließ dann die Technik nach, der Weißabgleich und die Belichtung lagen immer öfter daneben. Die Powershot hat bis
dahin ingesamt an die 60000 Fotos geschossen und uns viel Freude bereitet, vom Preis-Leistungsverhältnis eine Super-Kamera.
Meine Powershot A510
Das Fotografieren mit der Powershot machte Spaß, sehr viel Spaß. Man konnte auch Zeiten und Blende manuell verstellen. Nun fing
ich an bewusster zu fotografieren ... Bildausschnitt bestimmen, auf den Hintergrund achten, Belichtung an bestimmte Situationen
angleichen usw.. 2007 folgte die erste digitale SLR, eine Olympus E-330. Ende 2007 probierte ich analoge OM-Zuiko Objektive an der E-330
adaptiert aus. Anfang 2008 folgte das Sigma 30mm f/1.4 Objektiv. Im Frühjahr entdeckten wir einige alte analoge Kameras von
meiner Freundin im Keller. Im Mai 2008 folgte die erste analoge SLR über Ebay, die Olympus OM-2n. Der Virus hatte mich
längst befallen, etliche "Fundstücke" wurden mir nun zugetragen und das eine oder andere gute Stück bei Ebay musste
in meinen Besitz. Im Januar 2009 folgte die kleine E-420, ich hielt sie im Geschäft in den Händen und konnte sie nicht loslassen.
In die Mittelformatfotografie musste ich auch einsteigen, nach 2 TLR's folgte eine Kiev 60 Mittelformat SLR. Die
Bildwirkung beim Mittelformat ist einfach umwerfend.
Olympus E-420 von 2009 mit Jupiter-9 85mm f/2.0 von 1954
Es ist inzwischen eine kleine analoge Kamerasammlung zusammengekommen. Informationen zu den analogen
Kameras finden sie bei meiner kleinen Kamerasammlung.
Meine Fotos habe ich beim Fotoserver Flickr online
gestellt. Auf Seeing1 gibt es aber auch eine Vorschau dieser Bilder
Digitales Nachtfoto mit Bokeh Olympus E-420 mit Sigma 30mm f/1.4
Fotografie im Zeitraffer
Seit 150 Jahren gibt es Fotografie. In den Anfängen wurden die Fotografen mit ihren sperrigen Holzkisten und den mühsam
herzustellenden lichtempfindlichen Glasplatten argwöhnisch beobachtet. Mit der Entwicklung des Negativ-Films wurden die großen
Plattenkameras langsam durch handlichere Faltkameras abgelöst.
Voigtländer Bessa Zweiformat 6x9 Faltkamera von 1937
Durch die Boxkameras fand in den 30ern die erste populäre Welle
der Fotografie statt. Millionen von billigen Blechkisten mit Einfachobjektiven und Einfachverschlüssen ohne
Verstellmöglichkeiten boten im Mittelformat, meist 6x9, nun für jederman brauchbare Kontaktabzüge als Fotos. Die Boxkameras
konnten sich bis in die späten 50er Jahre halten. Doch in den ersten Jahren der 30er kamen schon die ersten Kleinbildkameras
auf den Markt. Neue Technologien boten nun die Möglichkeit, auch
für kleinere Bildformate akzeptable Optiken herzustellen. Das 35mm Kleinbildformat wurde übrigens vom Kinofilm für die
Fotografie übernommen. In den 50ern trat das Kleinbildformat seinen Siegeszug an und sollte bis Ende der 90er das vorherrschende
Medium für Fotografie bleiben.
AGFA Box 50, Boxkamera von 1950
In den 50ern entstanden auch die ersten Spiegelreflexkameras. Endlich konnte man das Motiv so sehen, wie es auch hinterher
auf dem Film erscheint. Trotzdem blieben Sucherkameras auch weiterhin erfolgreich am Markt, da sie meist kleiner, günstiger und je
nach Model auch einfacher zu bedienen waren. Bis Ender der 60er blieben deutsche Hersteller von Kameras weltweit marktführend.
Doch dann verschliefen die deutschen Kamerahersteller die rasante Entwicklung am Kameramarkt und wurden von den Japanern schnell
überholt. Beispielsweise die erste Kamera mit TTL Belichtungsmessung kam aus Japan.
Voigtländer Bessamatic, deutsche Spiegelreflexkamera von 1960
Es wurden immer bessere und feinere Farbfilme entwickelt. Anfang der 80er
setzte sich der Kodakfilm mit dem Standard C41 Entwicklungs-Prozess für Farbnegativfilme durch. Beim Diafilm konnte sich der
E6 Prozess durchsetzen. Die Spiegelreflexkameras trumpften mit immer neuen Raffinessen auf. Olympus setzte beispielsweise durch
ein neues Belichtungsmessungssystem Maßstäbe, die seither nie wieder erreicht wurden. Ende der 90er waren dann vollautomatische
Spiegelreflexkameras mit Autofokus, automatischen Filmeinzug -Transport und Rückspulen Standard in der gehobenen Fotografie.
Olympus OM-2n, japanische Spiegelreflexkamera von 1980
Dann kamen die ersten Digitalkameras auf den Markt, die anfangs wegen der geringen Auflösung noch belächelt wurden. Aber in
nur 5 Jahren entwickelte sich die Digitalfotografie so rasant, daß der Absatz von Negativfilm und Diafilm dramatisch einbrach.
Der Vorteil, das Bild nicht erst entwicklen zu müssen, sondern gleich beobachten zu können ist gravierend.
Analoge Kameras wurden kaum noch verkauft geschweige
denn weiterentwickelt. Doch die Datenflut hat auch Nachteile. Viel Bildmaterial ist schon in den ersten Jahren durch technischen
Ausfall verloren gegangen, wo der Zelluloidstreifen mehrere Jahrzehnte haltbar ist. Die Datensicherung der enormen Datenmengen,
die durch die Einfachheit des Aufnahmeverfahrens schnell anfallen, bereiten zunehmend Probleme. Immer mehr "Bildermüll"
sammelt sich auf den heimischen Festplatten. In punkto Farbwiedergabe, Kontrastumfang und Tiefenschärfe kommt die Digitalfotografie
noch nicht an den Farbfilm heran. So erlebt der Film in dem ausgehenden ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ein Revival,
das aber den Siegeszug der Digitalfotografie sicher nicht aufhalten wird.
Olympus E-420 mit Sigma 30mm f/1.4 von 2009
Wird es erstmal für den Normalverbraucher bezahlbare
sogenannte "Vollformatsensoren" im 35mm Kleinbildformat in den Kameras geben, die problemlos digital Kontrast und Farben
eines Farbfilms wiedergeben, dann ist der Negativfilm und der Diafilm nur noch für Liebhaber alter Kameras das Medium der Wahl.
Rechtlicher Hinweis
Alle auf diesen Seiten genannten Produkte werden von den jeweiligen Produzenten
oder deren Zwischenhändlern auf dem freien Markt angeboten. Die Eigenschaften unterliegen
dabei einer ständigen Weiterentwicklung, wobei ich nicht benachrichtigt werde. Daher kann es dazu kommen, dass Informationen dieser Seite nicht mehr aktuell oder vielleicht nicht mehr erhältlich sind. Beurteilungen sind oft persönlich gefärbt und können durch Qualitätsstreuungen und Produktverbesserungen bei anderen Geräten abweichen.
Alle in dieser Website genannten Markennamen und Warenzeichen sind Eigentum ihrer jeweiligen
Besitzer.